Aus aktuellem Anlass (16.03.2026):
Anfrage der Initiative Klinik retten
Letzte Woche wurde ich von der Initiative Klinik Retten gebeten, an einer Podiumsdiskussion teilzunehmen. Diese Anfrage habe ich sehr ernst genommen. Daher haben wir uns intensiv über das Wochenende damit befasst, um unter anderem auch die Fragen von Dr. Nemsow fundiert zu beantworten. Folgendes stichhaltiges Antwortschreiben habe ich heute Vormittag gesendet. Leider hat sich dies nun zeitlich mit der Pressemitteilung der IKR, dass ich nicht teilnehmen würde, überschnitten. Daher möchte ich Ihnen das Schreiben, das auch klar meinen Standpunkt zum Thema Gesundheitsversorgung und die umfassenden Maßnahmen deutlich macht, zur Verfügung stellen:
sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der Initiative „Klinik Retten“,
vielen Dank für Ihre Einladung zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion zur Zukunft der Gesundheitsversorgung im Landkreis Tirschenreuth.
Die Diskussion über die medizinische Versorgung bewegt viele Menschen. Das kann ich gut nachvollziehen. Auch mir persönlich liegt dieses Thema sehr am Herzen – nicht zuletzt, weil ich selbst und meine Familie viele Berührungspunkte mit dem Krankenhaus Tirschenreuth hatten.
In den vergangenen Jahren haben wir gemeinsam mit vielen Beteiligten daran gearbeitet, die Gesundheitsversorgung im Landkreis weiterzuentwickeln. Auch Sie waren im Rahmen der „Arbeitsgruppe Gesundheit“ dazu eingeladen. Der Standort Tirschenreuth bleibt bei all diesen Überlegungen ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Versorgung in der Region.
Die Krankenhausversorgung in der nördlichen Oberpfalz wird gemeinsam in der Kliniken Nordoberpfalz AG organisiert. Träger sind die Stadt Weiden sowie die Landkreise Neustadt an der Waldnaab und Tirschenreuth. Seit der Neuordnung der Trägerschaft im Jahr 2020 tragen alle drei Partner Verantwortung gleichberechtigt. Innerhalb dieser Partnerschaft hat sich über alle Parteien hinweg die gesamte politische Vertretung unseres Landkreises gemeinsam mit mir dafür eingesetzt, dass die Interessen der Bürgerinnen und Bürger unseres Landkreises berücksichtigt werden.
Nach Abschluss der Genehmigungsphase und Klärung der Förderkulisse können nun die nächsten Schritte umgesetzt werden. Konkret geht es dabei um:
• Sicherung der Notfallambulanz gemeinsam mit der KVB
Dabei werden wir insbesondere auch, was die Leistungsfähigkeit der Notfallambulanz betrifft, noch in diesem Jahr eine Überprüfung durchführen, ob Patientinnen und Patienten mit entsprechenden Verletzungen und Beschwerden dort bestmöglich versorgt werden können. Verbesserungspotenzial werden wir ganz konkret angehen. Zu dieser Überprüfung sind selbstverständlich auch wieder Sie und alle Akteure eingeladen, die die Patientinnen und Patienten in diesem Zusammenhang betreuen.
• Prüfung möglicher Verbesserungen gemeinsam mit den beteiligten Partnern
Eine weitere große Herausforderung ist die Sicherung der ambulanten medizinischen Versorgung. Hier arbeitet der Landkreis bereits seit einigen Jahren intensiv daran, Ärztinnen und Ärzte für unsere Region zu gewinnen, auch in ständigem Austausch mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB).
• Ausbau moderner Versorgungsstrukturen wie medizinischer Versorgungszentren sowie intensive Beschäftigung mit neuen digitalen Möglichkeiten
Dabei ist auch die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) in ihrer Verantwortung gefragt, gemeinsam mit den Kommunen und weiteren Partnern daran mitzuwirken, dass ausreichend haus- und fachärztliche Versorgungsangebote in unserer Region erhalten und weiterentwickelt werden. Da in Ihrer Initiative mehrere niedergelassene Ärztinnen und Ärzte vertreten sind, deren berufsständische Vertretung die KVB ist, bitte ich Sie ausdrücklich, auch Ihre Möglichkeiten zu nutzen, um innerhalb dieser Strukturen Entscheidungen zugunsten einer starken medizinischen Versorgung im Landkreis Tirschenreuth zu unterstützen.
Gerade weil diese Fragen komplex sind und viele fachliche Aspekte berühren, halte ich eine sachliche Diskussion für wichtig, an der alle Akteure beteiligt werden. In der aktuellen intensiven Phase des Wahlkampfes sehe ich jedoch die Gefahr, dass eine einzelne Podiumsdiskussion diesem Thema nicht in der notwendigen Sachlichkeit und Tiefe gerecht werden kann.
Zudem war die medizinische Versorgung und das Krankenhaus Tirschenreuth ein Hauptthema bei der Podiumsdiskussion der Landratskandidaten am 23. Februar, bei der sich alle Zuschauerinnen und Zuschauer ein Bild machen konnten. In dieser Diskussion haben sich letztlich alle Kandidaten zum einstimmigen Beschluss des Kreistages und damit zur Umstrukturierung bekannt.
Vor diesem Hintergrund sehe ich eine solche Veranstaltung zum jetzigen Zeitpunkt nicht als den geeigneten Rahmen für eine sachliche und konstruktive Diskussion. Ich hoffe, mit diesem Schreiben und den ergänzenden Informationen Ihre Fragen beantworten zu können.
Am Ende muss die Versorgung der Menschen im Mittelpunkt stehen.
Unabhängig davon bleibt mein Angebot zum Dialog und auch zur Mitarbeit in der Gesundheits-AG selbstverständlich bestehen. Die wichtigsten Fakten und Vorhaben zur Gesundheitsversorgung im Landkreis habe ich deshalb noch einmal auf meiner Homepage zusammengefasst. Entscheidende Informationen, um die Situation bewerten zu können, finden Sie auch im Strukturgutachten, das 2025 für die Gesundheitsversorgung im Landkreis Tirschenreuth erstellt wurde. Zu diesem Prozess waren alle Akteure der Gesundheitsversorgung und der Notfallrettung im Landkreis eingeladen – ausdrücklich auch Vertreter Ihrer Initiative. Sie finden das komplette Gutachten auf der Website des Landkreises Tirschenreuth hier:
Ich lade Sie und alle Interessierten herzlich ein, sich anhand dieser Informationen ein eigenes Bild zu machen und den Dialog weiterhin konstruktiv fortzuführen.
GEMEINSAM & GEWISSENHAFT
GESUNHEITSVERSORGUNG ZUKUNFTSFEST MACHEN
Die Gesundheitsversorgung in Deutschland befindet sich in einen enormen Veränderungsprozess, der uns alle fordert. Es ist unsere Aufgabe, eine flächendeckende Versorgung gewissenhaft sicher zu stellen und zukunftsfest zu machen. Das geht nur gemeinsam.
Landrat setzt auf verlässliche Gesundheitsversorgung für alle Generationen
Gesundheit ist unser aller wertvollstes Gut – und liegt mir persönlich besonders am Herzen. Wir alle wissen, wie wichtig es ist, in jeder Lebenslage und in jedem Lebensalter auf eine gute Versorgung zählen zu können. Deshalb arbeiten wir mit Nachdruck daran, die medizinische Betreuung in unserer Region zukunftsfest, wohnortnah und verlässlich zu gestalten.
Klinikreform vor Ort: strukturelle Einschnitte, aber gesicherte Notfallversorgung in Tirschenreuth
Dieser Weg war und ist nicht immer einfach, denn er bringt schmerzliche Veränderungen und Einschnitte mit sich. Die Kliniklandschaft verändert sich derzeit in ganz Deutschland und Bayern, und kein Krankenhaus wird seine Versorgung in der bisherigen Form fortführen können. Auch wir mussten schwierige Entscheidungen treffen. Für die vielen Hinweise und auch kritischen Stimmen in dieser Zeit bin ich sehr dankbar – wir haben intensiv daran gearbeitet, Verbesserungen zu erreichen, Strukturen anzupassen und in zahlreichen Gesprächen gute Lösungen zu finden. So ist es gelungen, in Tirschenreuth eine Notfallambulanz zu halten, die gemeinsam mit der KVB weiterhin rund 5.000 Patientinnen und Patienten versorgt. Dankbar bin ich auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die diesen Weg mitgehen und sich täglich für Patientinnen und Patienten einsetzen. Den Pflegekräften, Ärztinnen, Ärzten und allen Beschäftigten in unseren Häusern kann man dafür gar nicht genug danken.
Kreistag beschließt Kurs für die Zukunft der medizinischen Versorgung einstimmig
Die Veränderungen sind und waren schwer zu erklären, weil das deutsche Gesundheitssystem immer komplexer wird. Ziel der aktuellen Gesetze ist, Strukturen zu konzentrieren und an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen. Es gilt, Vorgaben des Bundes – etwa des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zu Qualität und Mindestmengen – ebenso einzuhalten wie die Krankenhausplanung des Freistaats und Anforderungen der Kassen. Seit zwei Jahren wird zudem am Gesetz zur Reform der Notfallversorgung gearbeitet. Vor diesem Hintergrund haben wir nach langen Beratungen und sehr gewissenhaft entschieden – und zwar einstimmig im Kreistag mit allen Fraktionen. Denn es geht darum, die Versorgung in unserer Region langfristig zu sichern.
Reformgutachten zeigt: Krankenhauslandschaft steht bundesweit vor tiefgreifendem Wandel
Grundlage dieser Entscheidungen war ein abgestimmtes Reformgutachten zur künftigen Ausrichtung der Krankenhausversorgung. Es zeigt deutlich: Alle Krankenhäuser in Deutschland befinden sich derzeit im gleichen Transformationsprozess. Die Krankenhauslandschaft wird sich weiter verändern – und wir müssen diesen Weg mitgehen. Kein Haus wird so bleiben wie es ist; jedes Krankenhaus muss sich nach Qualitätsvorgaben, Mindestmengen und der Konzentration bestimmter Leistungen ausrichten. Auch die Gesundheitsplanung des Freistaats orientiert sich künftig an dieser Versorgungssicherheit.
„Carepaket Landkreis Tirschenreuth“ als Fahrplan für unsere Gesundheitsversorgung von morgen
Darauf aufbauend haben wir bereits 2024 mit einem eigenen Strukturgutachten im Landkreis begonnen. In sechs zentralen Themenfeldern – Notfallversorgung, Krankenhaus, ambulant-stationäre Versorgung, Pflege, Arzt- und Facharztversorgung sowie Prävention – haben wir gemeinsam mit Expertinnen und Experten ein umfassendes Maßnahmenpaket entwickelt. Das Ergebnis ist unser „Carepaket Landkreis Tirschenreuth“, das wir Schritt für Schritt umsetzen.
Regionale Klinikplanung: Spezialisierung und Konzentration sollen Qualität sichern
Ein wesentlicher Baustein darin ist der zukunftsfeste Umbau der Kliniken Nordoberpfalz (KNO). Aktuell entsteht dazu ein vom Freistaat initiiertes Regionalgutachten für zwölf Kliniken von Pegnitz bis Schwandorf in der Region Oberfranken/Nordoberpfalz. Die Krankenhausversorgung soll – entsprechend den Bundesvorgaben – stärker spezialisiert und konzentriert werden, mit einem modernen Mix aus ambulanter und stationärer Versorgung. Das klare Ziel lautet: notwendige Behandlung vor Ort, spezialisierte planbare Behandlung im jeweils dafür geeigneten Haus.
Tirschenreuth wird ambulanter Schwerpunktstandort – über 43 Millionen Euro investiert
Tirschenreuth wird in diesem Prozess zu einem modernen ambulant-stationären Versorger mit geriatrischem Schwerpunkt weiterentwickelt. Der Umbau startet 2025, der Standort Kemnath bleibt erhalten. Parallel läuft die regionale Krankenhausplanung gemeinsam mit Bayreuth und Wunsiedel. Seit 2019 haben wir über 43 Millionen Euro in den Betrieb und Erhalt unserer Krankenhäuser investiert. Zusammen mit den beiden weiteren Trägern Weiden und Neustadt waren es über 120 Millionen Euro und bedeutet einen enormen Kraftakt für die Kommunen.
Fachkräfteoffensive im Gesundheitswesen: Von Ärztenachwuchs bis Pflegeausbildung
Doch gute Versorgung endet nicht an der Kliniktür. Mit der Haus- und Facharztschmiede, den Medizinstipendien und der Förderung kommunaler MVZ-Strukturen schaffen wir Perspektiven für junge Medizinerinnen und Mediziner und unterstützen aktiv deren Ansiedlung im Landkreis. Die Pflegekonferenz wurde neu gestartet und arbeitet daran, Pflegefachkräfte zu gewinnen und zu halten. Projekte wie NEWLife in Neustadt und die Pflegefachschule Erbendorf stärken Ausbildung, Fachkräftegewinnung und Zukunftsperspektiven in der Pflege. Gleichzeitig vernetzen wir Präventionsangebote strukturiert – einschließlich Reha-Einrichtungen und unseres Sibyllenbads – um Gesundheit ganzheitlich zu denken.
Gesundheitsregion plus: Nordoberpfälzer Netzwerke stärken Versorgung und Pflege
In der Gesundheitsregion plus arbeiten wir gemeinsam in der Nordoberpfalz an Themen wie Palliativversorgung, Pflege und ärztlicher Versorgung. Diese Netzwerke werden wir engagiert fortführen und weiter ausbauen.
Medizinische Versorgung nur gemeinsam zu sichern: CSU und Landrat setzen auf partnerschaftlichen Schulterschluss
Gesundheit ist Teamarbeit. Nur gemeinsam – mit Städten, Gemeinden, Fachkräften, Kliniken und den Menschen vor Ort – können wir die medizinische Versorgung im ländlichen Raum sichern. Und genau das tun wir: gewissenhaft, mit Verantwortung, Augenmaß und Herz für alle Menschen, die hier leben.
Begleitung im Rettungswagen (Bild: Privatarchiv)
Eindruck in der Notaufnahme (Bild: Privatarchiv)
Besuch der Integrierten Leitstelle (Bild: Privatarchiv)
Im Austausch mit Fachkräften & Ärzten (Bild: Privatarchiv)
ERFOLGE & VORHABEN FÜR DIE Gesundheitsversorgung im Landkreis TIRSCHENREUTH
Erfolge 2020 – 2026
(Auszug)
Strukturgutachten zur Gesundheitsversorgung im Landkreis Tirschenreuth: Mitwirkung von Expertennetzerk (ca. 80 Mitwirkende aus Medizin, Pflege, Rettung & Krankenhaus)
Haus- & Facharztschmiede, Medizinstipendien & Etablierung kommunaler MVZ-Strukturen (z. B. Waldsassen)
Invention von über 43 Mio. Euro in stationäre Versorgung
Ansiedelungsberatung für Ärzte (Zusammenwirken mit der Kassenärztlichen Vereinigung)
Start der Pflegekonferenz
Beginn regionaler Krankenhausplanung mit 12 Kliniken in der Region Nordoberpfalz/Oberfranken
Start einer notwendigen Anpassung der Gesundheitsversorgung mit einstimmigem Beschluss im Herbst 2023
Vorhaben 2026 – 2032
(Auszug)
Sicherung flächendeckende ambulante Versorgung
zukunftssichere Ausrichtung KNO-Standorte TIR & Kemnath
TIR als ambulant-stationärer Versorger mit geriatrischem Schwerpunkt
Erhalt Krankenhaus Kemnath
Gewinn Pflegekräfte
strukturierte Vernetzung von Präventionsangeboten
Umsetzung Maßnahmenplan für ambulante & stationäre Versorgung, Notfallversorgung, Pflege & Therapie, Rehabilitation & Prävenation sowie MVZs
